Das Festival contre le racisme spezial 2020: vom 11.07. - 19.07.20
Wir haben uns deshalb entschieden, zwischen dem 11. und 19. Juli Veranstaltungen im Rahmen des festival contre le racisme durchzuführen.
Dezentral und Digital, unter Einhaltung der geltenden Corona-Bestimmungen, erwarten Euch spannende Veranstaltungen in neuen Formaten, wie zum Beispiel eine Lesung, Vorträge, Workshops und ein alternatives Klangkost der besonderen Art.
In einer Zeit, in der auch in Ulm wöchentlich Menschen demonstrieren - Personen, die sich (berechtigte) Sorgen machen wegen der Einschränkung unserer Grundrechte in breiter Front mit Verschörungstheoretiker*innen und Rassist*innen - ist es uns besonders wichtig, mit unseren Veranstaltungen ein Zeichen zu setzten für ein Zusammenleben ohne Rassismus, Unterdrückung und Bedrohung.
Wir rufen zu einem solidarischen Handeln auf und freuen uns über Unterstützung und einen regen Besuch unserer Veranstaltungen!
Solidarität jetzt!
Unser Aufruf für eine buntere Gesellschaft:
Das festival contre le racisme Ulm/Neu-Ulm findet in diesem Jahr zum 5. Mal statt. Auch wenn Veranstaltungen derzeit nur bedingt möglich sind, zeigt sich gerade während der Corona-Pandemie, wie wichtig es ist, über menschenverachtende Denk- und Handlungsweisen aufzuklären.
Derzeit werden Menschen aufgrund ihres Äußeren als vermeintliche Überträger*innen des Corona-Virus verstärkt diffamiert, bedroht und angegriffen. Gleichzeitig versammeln sich vielerorts regelmäßig Personen zu Demonstrationen gegen die Einschränkung von Grundrechten, vermeintlich aus Angst vor dem Verlust demokratischer Werte. Neben Personen, die sich ernsthaft um unsere Demokratie sorgen, verbreiten Rechtspopulist*innen auf diesen Demonstrationen ihre demagogischen Ansichten und menschenverachtenden Einstellungen. Extremistische und rassistische Ansichten sollen so verstärkt Eingang in den gesellschaftlichen Diskurs finden, um die Grenze des Sagbaren zu verschieben.
Kaum (mediale) Beachtung findet hingegen die Situation Geflüchteter an der türkisch-griechischen Grenze, in den Lagern auf den griechischen Inseln oder in Aufnahmezentren in Deutschland. Dabei leben gerade dort viele Menschen notgedrungen auf engstem Raum - ohne die Möglichkeit Abstand zu halten, geschweige denn mit den Möglichkeiten eines funktionierenden Gesundheitssystems.
Das Virus bedroht alle Personen auf der Welt gleichermaßen.
Am Beispiel der Geflüchteten zeigt sich, wie gespalten unsere Gesellschaft in Wirklichkeit ist – nicht alle erfahren den gleichen Schutz oder haben die gleichen Rechte und Ressourcen zur Verfügung.
In Vergessenheit geraten im derzeitigen Ausnahmezustand zudem die rassistischen Übergriffe der letzten Monate: In Christchurch, El Paso und Hanau, der antisemitische Anschlag in Halle, die Ermordung Walter Lübkes sowie der rassistische Angriff in der Schaffnerstraße Ulm und der antiziganistische Tötungsversuch in Erbach. Diese Attentate verdeutlichen: Rassismus ist ein globales Problem, welches auch lokal in Ulm & Neu-Ulm zutage tritt – gerade auch in Zeiten von Corona.
Mit unseren Veranstaltungen und Aktionen möchten wir Rassismus entgegentreten und uns einsetzen für eine Gemeinschaft und ein Zusammenleben ohne Diskriminierung, Unterdrückung und Bedrohung.
Unter dem Motto „Solidarität jetzt“ wollen wir sensibilisieren, weiterbilden und dazu anregen, genau dafür einzustehen. Wir rufen dazu auf, sich solidarisch zu zeigen mit Betroffenen und gemeinsam vom 11. – 19. Juli 2020 in verschiedenen digitalen und dezentralen Veranstaltungen wie Vorträgen, Lesungen und musikalischen Beiträgen ein Zeichen zu setzen. Für eine bunte Gesellschaft!